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Schartau

Älteste Ortschaft mit Stadtrecht

Schartau liegt im Landschaftsschutzraum Elbetal, nordwestlich der Stadt Burg (sechs km vom Stadtzentrum entfernt) und wurde im Jahr 2002 eingemeindet. Der Elbdeich stellt gleichzeitig die Grenze zum Landschaftsschutzgebiet „Elbtalaue“ und den Natura 2000 Schutzgebieten dar. Die am Elberadweg gelegene Ortschaft zählt ca. 670 Einwohner. Sie ist die älteste aller Burger Ortschaften.

Im Jahre 946 wird der Ort, der damals als Sirtav bezeichnet wurde, erstmals in der Schenkungsurkunde König Otto I. für das Moritzkloster in Magdeburg erwähnt. Der Ursprung der Siedlung an der Elbe ist slawisch.

Anfang des 10. Jahrhunderts wurde Schartau unter Heinrich I. zur Sicherung der ostfränkischen Gebiete zu einer Burgwardei ausgebaut und erhielt Stadtrecht. Von der ehemaligen Burg existieren nur noch Grundmauern am nördlichen Ufer des Schartauer Sees. So hielten hier vier Weise - auch Schöffen genannt - einmal im Monat Gericht. Es ist überliefert, dass die vier Schöffen zum Richten bei Berufungsverfahren nach Magdeburg auf die kaiserliche Pfalz geholt wurden. Dieses mündlich an die nächste Generation weitergegebene Recht wurde im 12. Jahrhundert auch auf andere Landgemeinden übertragen und wird als Schartauer Recht bezeichnet. Heute erinnern daran die vier Metallskulpturen (“vier Schöffen“) im Ortszentrum, welche erstmals auf der Landesgartenschau 2018 im Burger Goethepark präsentiert wurden.

Das älteste Gebäude Schartaus ist die denkmalgeschützte Kirche Sankt Sebastian. Die Grundmauern stammen aus dem 12. Jahrhundert. Es ist ein einschiffiger, romanischer Feldsteinbau, dessen Turmöffnungen Schießscharten ähneln, was auf die Nutzung als Wehrkirche schließen lässt. Ein Großfeuer im Oktober 1759 verwüstete die Kirche und große Teile des begüterten Ortes. Mit dem Wiederaufbau der Kirche erhielt der Turm den Fachwerkaufsatz.

Die Fahrradausspanne im Ortskern lädt Autofahrer zum Umstieg auf das Fahrrad ein. Hier bieten sich viele Möglichkeiten für Radtouren in die Umgebung. Auch Radtouristen des Elberadweges können an der Ausspanne neben den „vier Schöffen“ eine Rast einlegen. In der landwirtschaftlich geprägten Ortschaft gibt es eine Gaststätte und zwei Pensionen. Bei einem Spaziergang auf dem Eselsweg, unterhalb der Kirche, kann man den idyllisch gelegenen See erkunden.