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Reesen

Grenzstreitigkeiten zwischen Magdeburg und Brandenburg

Der etwa 500 Einwohner große Ort Reesen (sechs km entfernt vom Stadtzentrum an der B1 gelegen) ist umgeben von ausgedehnten Waldgebieten, zu denen im Norden das Naturschutzgebiet "Bürgerholz" gehört. Nach Süden hin erstrecken sich landwirtschaftliche Flächen. Der historische Dorfkern des Straßendorfes („Dorfstraße“) ist geprägt durch die spätromanische Feldsteinkirche sowie Drei- und Vierseitenhöfe mit Putz- und Klinkerfassaden.

Die erstmals im Zusammenhang mit Reesen nachgewiesenen Personen sind die „Grafen von Schwerin“ und „Johann von Plotho“. Letzterer erhielt im 12. Jahrhundert von dem Grafen den Ort als Lehen (Grundbesitz, der von einem Fürsten o. Ä. an einen Untergebenen mit der Verpflichtung verliehen wird, dass er dem Lehnsherrn mit persönlichen Leistungen zur Verfügung steht).

Die erste urkundliche Erwähnung unter der Ortsbezeichnung „Resene“ stammt aus dem Jahr 1296. Die Familie „von Plotho“ bestimmte die Geschicke des Ortes über viele Jahrhunderte. An der Grenze zwischen dem Erzbistum Magdeburg und der Mark Brandenburg gelegen, wurde Reesen mehrfach in Grenzstreitigkeiten verwickelt. Erst als 1680 das Erzbistum in ein brandenburgisches Fürstentum umgewandelt wurde, waren die territorialen Verhältnisse endgültig geklärt. Reesen lag nun im Zuständigkeitsbereich des Distriktes II im Jerichower Gesamtkreis der Mark Brandenburg. Nach der preußischen Verwaltungsreform (1815) wurde aus dem Distrikt der Kreis Jerichow II mit der Kreisstadt Genthin. Mit der Fertigstellung der Chaussee Magdeburg – Berlin (1824) stellte sich allmählich ein Wandel der Infrastruktur ein. Bisher war der Ort rein landwirtschaftlich geprägt. Von nun an siedelten sich auch zahlreiche Handwerker an. Neben zwei Windmühlen entstanden eine Stellmacherei, eine Tischlerei und eine Schmiede.

Während der DDR-Zeit kehrte Reesen wieder zu seiner vorwiegend landwirtschaftlichen Prägung zurück. Viele Einwohner fanden als Auspendler Arbeit in den Industriebetrieben der nahegelegenen Stadt Burg. Im Jahr 2005 schloss sich Reesen der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Loburg-Fläming an. 2009 wurde der Ort in die Stadt Burg eingemeindet. Heute leben etwa 500 Einwohner in Reesen. In der ehemaligen Pfarrscheune organisiert der aktive Heimatverein ein kulturelles Leben.