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Wissenswertes

Wussten Sie schon? Kennen Sie schon?

Aktuelles und Vergangenes aus der Stadt Burg

Persönlichkeiten

Berühmte Persönlichkeiten prägten mit ihrem Leben und Wirken die Stadt

Carl von Clausewitz (1780 – 1831)
Preußischer General und bedeutender Militärtheoretiker

Carl von Clausewitz war ein berühmter preußischer Generalmajor, Heeresreformer, Militärtheoretiker und -ethiker, der Ende des 18. Jahrhunderts in Burg geboren wurde. Er ist durch sein unvollendetes, theoretisches Hauptwerk „Vom Kriege“ noch heute international bekannt. Seine Theorien über Strategie, Taktik und Philosophie haben großen Einfluss auf die Entwicklung des Kriegswesens in allen westlichen Ländern und werden bis heute an Militärakademien gelehrt. Sie finden auch in Managerausbildungen Anwendung. Vor seiner militärischen Karriere besuchte Clausewitz die Burger Stadtschule. Am 140. Todestag 1971 wurde sein Leichnam von Breslau nach Burg überführt und auf den Ostfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Heute befindet sich in der Schulstraße 12 in Burg eine Erinnerungsstätte, welche den berühmten Sohn der Stadt ehrt.

Heinrich Theodor Fontane (1819 – 1898)
Dichter, Schriftsteller, Journalist und Apothekerlehrling

Theodor Fontane wurde 1819 in Neuruppin geboren und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des literarischen Realismus. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane „Effi Briest“, „Der Stechlin“ sowie „Irrungen, Wirrungen“. Nach dem Abschluss seiner Lehre im Dezember 1839 trat Fontane im Herbst 1840 eine Stelle als Apothekerlehrling in der Adlerapotheke in Burg an. Zu dieser Zeit begann er mit dem Verfassen erster Gedichte. In seinem Werk „Burg an der Ihle" reimte er satirisch über das Schicksal der Burger Rolandfigur. Theodor Fontane verstarb 1898 in Berlin.

Gerhard Wilhelm August Stauf (1924 – 1996)
Grafiker, Illustrator und Kupferstecher

Gerhard Stauf wurde 1924 in Burg geboren, begann eine Ausbildung zum Gebrauchsweber in Magdeburg und absolvierte fünf Semester Zeichenunterricht an der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Magdeburg. Er absolvierte ein Studium im Fach Illustration in Leipzig. Mit seiner Arbeit wirkte er bei der Wertpapierdruckerei in Leipzig, als Illustrator für Buch- und Zeitschriftenverlage und als freischaffender Grafiker und Kupferstecher, insbesondere für das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen der DDR. Im Laufe seines künstlerischen Lebens schuf er über 200 Briefmarkenmotive. Er beteiligte sich an vielen nationalen und internationalen Ausstellungen sowie Wettbewerben und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen z.B. die Goldene Briefmarke oder die Heinrich-Schlieman-Medaille für besondere kulturelle Leistungen, welche er selber entwarf. 1996 starb Gerhard Stauf in Leipzig. In der Burger Stadtbibliothek Brigitte Reimann kann heute eine Exlibris Sammlung mit 76 Exemplaren, welche überwiegend Kupfer- oder Holzstiche enthält, besichtigt werden.

Brigitte Reimann (1933 – 1973)
Schriftstellerin

Brigitte Reimann wurde 1933 in Burg geboren, arbeitete zuerst als Lehrerin und wurde später eine herausragende Schriftstellerin. Temperamentvoll, begeisterungsfähig, lebenshungrig, engagiert und besessen von der Idee einer humanistischen Gesellschaft wirkte sie als Schriftstellerin. Sie arbeitete für Verlage, Rundfunk und Fernsehen und bekam Orden und Preise. Ihr Hauptwerk, der Roman „Franziska Linkerhand“, blieb aufgrund ihrer Krebserkrankung unvollendet. 1974 wurde dieser Postum veröffentlicht. Bis heute hat ihr Werk nicht an Aktualität verloren. Es bewegt Leser bis heute und motiviert zur Auseinandersetzung mit politischen und philosophischen Fragen. Weitere Werke sind u.a. „Die Frau am Pranger“, „Die Geschwister“ oder auch „Ankunft im Alltag“. Nach ihrem Tode 1973 in Berlin erfuhr sie zahlreiche Ehrungen. Die Stadtbibliothek ihrer Geburtsstadt Burg trägt heute ihren Namen. Ihr Leben wurde 2004 in der Produktion „Hunger auf Leben“ mit Martina Gedeck in der Hauptrolle verfilmt. Seit 2013 wird in Burg der „Brigitte-Reimann-Kulturpreis“ für herausragende kulturelle Leistungen vergeben.

Dr. Heinz Meynhardt (1935 – 1989)
Verhaltensforscher, Tierfilmer, Sachbuchautor und international beachteter Experte für Wildschweine

Dr. Heinz Meynhardt, 1935 in Burg geboren, erlernte zunächst den Beruf des Elektroinstallateurs und veröffentlichte später zahlreiche Bücher sowie 32 Filme über das Leben des Schwarzwildes. Seit Kindertagen interessierte er sich für Tiere. Dieses Interesse brachte ihn schließlich dazu, sich der Forschung zu widmen. So gelang es ihm als ersten Forscher in Europa, einen engen Kontakt zu Wildschweinen herzustellen, dass ihn die Rotte beim Wurf der Frischlinge duldete. Aus diesem Grund nennen ihn die Burger respektvoll „Schweine-Meynhardt“ und „Wildschwein ehrenhalber“. Nach langjähriger Tätigkeit als Wildforscher und aktiver Naturschützer promovierte er 1987 an der Karl-Marx-Universität in Leipzig zum Doktor der Agrarwissenschaften. Für seine Leistungen erhielt er die Leibniz-Medaille der Akademie der Wissenschaften der DDR sowie den Goldenen Lorbeer des Fernsehen der DDR. Heute widmet sich der Burger Verein „Freundeskreis Dr. Heinz Meynhardt - Natur- und Umweltbildung Jerichower Land e.V.“ der Umweltbildung.